Karriere Journal

12.3.2010 Ratgeber / Bewerbungs-Tipps / Auf Stellensuche

Interne Bewerbung: Ein Drahtseilakt

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Wer sich auf einen Job in der eigenen Firma bewirbt, hat gute Chancen. Doch es gibt einiges zu beachten. Zuviel Selbstsicherheit kann schaden. Und vollständig müssen die Bewerbungsunterlagen auch sein. [22.09.2008]




"Ich möchte mich intern um eine neue Stelle bewerben. Ist es dreist, wenn man nur das Bewerbungsschreiben schickt und darin auf die Personalakte verweist?" Diese Frage ist auf den ersten Blick gar nicht so leicht zu beantworten. Tatsächlich verfügt die Personalabteilung schon über Unterlagen des Kandidaten. Der wichtigste Punkt einer internen Bewerbung wird aber leicht vergessen. Die Tatsache, dass man bereits im Betrieb arbeitet, entbindet Bewerber nicht von der Pflicht, sich ordentlich zu bewerben: mit einem Bewerbungsschreiben und vollständigen Unterlagen.

Die wichtigste Frage: Lohnt sich eine interne Bewerbung?

"Am besten ist es, wenn sich Bewerber so verhalten, als wenn sie sich auf eine externe Stelle bewerben. Man soll sich vorher gut und umfassend über den neuen Bereich und die neue Aufgabe informieren“, sagt Susan Orozco von der Media & Analyst Relations bei IBM Schweiz. "Gerade bei grossen Unternehmungen wie beispielsweise die IBM mit 3500 Mitarbeitenden kann man nicht davon ausgehen, dass man die interne 'Reputation', die man sich an der früheren Stelle vielleicht geschaffen hat, automatisch mitnimmt."

Als erstes sollte man herausfinden, welche Chancen eine interne Bewerbung überhaupt hat. Da hilft es, sich bei Kollegen umzuhören. "Es lohnt sich, zunächst abzuklären, ob es in einer Firma üblich ist, sich intern zu bewerben. Das hängt von der Unternehmenskultur ab. Gewisse Vorgesetzte sehen interne Bewerbungen nicht gerne", sagt Christian Lerche, Geschäftsführer der Personalberatungsfirma Mercuri Urval Zürich. Er empfiehlt, im Zweifelsfall bei der Personalabteilung nachzufragen, wie eine interne Bewerbung ankommt. Das gilt erst recht dann, wenn das Unternehmen Wert auf eine externe Bewerbung legt. "Oft ist eine Sicht von aussen gewünscht. Es besteht die Gefahr einer gewissen Betriebsblindheit, wenn Leute innerhalb der Firma eingestellt werden", erklärt Susan Orozco.

Zuviel Selbstsicherheit kann auch schaden

Die Vorteile von Bewerbern, der aus der Firma kommen, liegen aber auf der Hand. Sie verfügen über gute Kenntnisse der Firma, der Unternehmenskultur und der internen Prozesse und sind bereits in ein internes Netzwerk eingebunden. Von diesen Vorteilen profitieren Personalabteilungen gerne. In vielen Unternehmungen haben interne Bewerber deshalb einen hohen Stellenwert.

Dennoch müssen sich interne Bewerber vor zuviel Selbstsicherheit hüten. Es wäre falsch, sich in Sicherheit zu wiegen, weil man die Firma schon kennt und und dann beim Vorstellungsgespräch allzu grosses Selbstbewusstsein oder gar Überheblichkeit an den Tag legt. Denn das könnte kontraproduktiv sein. Christian Lerche: "Es wird schlecht aufgenommen, wenn man seine Vorrangposition zu offensichtlich nützen will.“ Das Beste sei, genau dasselbe zu tun, wie externe Bewerber: den besten Eindruck machen und zeigen, dass man ernsthaft interessiert ist.

Vollständige Bewerbungsunterlagen sind Pflicht

Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass sich Bewerber auf eine interne Stellenausschreibung zu wenig Mühe geben. Zu einer korrekten Bewerbung gehört es zu schreiben, in welcher Abteilung man gerade arbeitet, welche Arbeiten zu den täglichen Aufgaben gehören, welche Rolle der Kontakt zu Kunden und Mitarbeitern spielen und aus welchem Grund man sich nach einer neuen Herausforderung umsieht. Im Gespräch kann man betonen, welche Leistungen man für die Unternehmung bereits erbracht hat, aber auch wie frühere Stationen des beruflichen Lebens aussahen.

Trotz aller Stolpersteine sei eine interne Bewerbung auch eine grosse Chance, sagt Christian Lerche: "Man sollte sich nicht davon abhalten lassen. Viele Leute werden auch intern befördert." Nicht zuletzt sei diese Art von Bewerbung auch für die Unternehmung selbst eine Chance. "Besonders in Zeiten, in denen es schwierig ist, gute externe Bewerber zu finden."

(Susanne Wagner / Bild: PhotoDisc)


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